Karate- von Tradition zur Moderne

Karate als Unterrichtsfach?

Das Carolinum Bernburg bietet als einziges Gymnasium in Sachsen-Anhalt Schülern ab der 9ten Klasse die Möglichkeit, das Wahlpflichtfach Karate zu belegen. Der Karateunterricht kann zwei Jahre lang besucht werden, wobei man während dieser Zeit mit den Inhalten des Karatesportes vertraut gemacht wird. Man lernt von den Grundschultechniken über die Katas (Kämpfe gegen imaginäre Gegner) bis zum Kumite (Kampf) die wesentlichen Elemente der Budosportart. Ein weiterer wichtiger Kernbestandteil ist die Selbstverteidigung. Dabei werden die Schüler auf Stresssituationen vorbereitet und lernen nützliche Handlinks. Einerseits wird den Schülern also die richtige Ausführung von Techniken beigebracht, andererseits wird vermittelt, wie man bestimmte Techniken realistisch in Notsituationen anwenden kann. Reguläres Fitnesstraining während des Karateunterrichtes verbessert zusätzlich die Ausdauer und Kraftleistung. Somit ist der Besuch dieses Kurses eine sich auszahlende Investition in die eigene Zukunft und Gesundheit.

 

Weißt DU, wie du dich in einer Stresssituation zu verhalten hast?

Vor allem Jugendliche unterschätzen oftmals die Gefahr bei Bedrohungen. Unaufmerksamkeit und das fehlende Wissen, wie man sich am besten verteidigen sollte, führen in vielen Fällen zu Verletzungen und Schäden.

Der Karateunterricht soll Schülern helfen, bestimmte Bewegungsabläufe einzuüben und zu verinnerlichen, die in solchen Szenarien ermöglichen, gesund aus einem Konflikt zu entkommen. Durch regelmäßiges Training macht man Fortschritte in der Körperwahrnehmung und Geschicklichkeit, steigert sein Ausdauervermögen sowie Schnelligkeit, Genauigkeit und Kraft. Zudem wird man achtsamer und selbstsicherer. Diese Faktoren sind prägend für eine gelungene Selbstbehauptung und -verteidigung.

 

Werden die Schüler dann nicht zum Schlagen erzogen?

Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt.

Dazu gehört auch, dass man auf eine Trefferwirkung beim Gegner verzichtet. Das bedeutet, dass man während der Übungseinheiten gezielt Techniken kurz vor dem Gegenüberstehenden abbremst. Somit werden Verletzungen vermieden. Grundlage dafür ist Vertrauen und Respekt zwischen den Schülern und Gehorsam gegenüber festgelegten Regeln. Karate ist also auch ein Mittel zur Selbstdisziplin.

Karate aus der Sicht von Schülern - ihre Beweggründe und Erfahrungen

Mein Karateweg begann an den Projekttagen in der achten Klasse, indem ich mich für das Projekt "Karate/Selbstverteidigung" angemeldet habe. Davor hatte ich noch nie richtigen Kontakt zu Kampfsportarten, wodurch es für mich etwas ganz Neues war. Während der Projekttage hat mich die Sportart auf eine besondere Art begeistert, sodass ich dann kurz darauf Karate als Wahlpflichtfach belegt habe. Letztens bin ich auch einem Karateverein beigetreten und bin sehr froh, mich damals dazu entschieden zu haben, Karate zu machen!

Tatjana November 2019

Vor zwei Jahren haben wir unseren Wahlpflichtkurs wählen müssen und ich traf die Entscheidung, Karate zu belegen. Ich bin mit der Intention dort hingegangen, durch den zusätzlichen Sport einen Ausgleich zur Schule zu schaffen und mich durch die Kenntnisse über Selbstverteidigung sicherer auf der Straße zu fühlen. Als Kurs sind wir schnell zusammengewachsen und ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Sport jemals so sehr mögen würde. Vor einem halben Jahr bin ich auch in den Karateverein eingetreten. Eine super Entscheidung! Ich bin sehr froh darüber!

Frida November 2019